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Karte Riekdahl (Kartenbild © HRO Rostock (CC BY 3.0))
zum Vergrößern klickenNicht maßstäbliche Skizze der Lagebeziehungen der Häuslereien; Skizze: WB
Kurzchronik von Riekdahl  
Auszug aus der Dokumentation „Riekdahl – ein Rostocker Stadtdorf“
Zusammengestellt von Gundula und Wolfgang Brietzke
(Vollständige Dokumentation [Umfang: 245 Seiten mit Illustrationen] im AHR, in der Rostocker Universitätsbibliothek und der Stiftung Mecklenburg in 19055 Schwerin, Dr. Florian Ostrop)

1291 Das genannte Dorf Riekdahl, etwa nordöstlich ganz in der Nähe Rostocks gelegen, ist eines der ältesten Stadtdörfer im Umfeld unserer Heimatstadt Rostock und schon vor Jahrhunderten in ihrem Besitz. Erstmals wird der Name Riketalendorpe in einer alten Verkaufsurkunde aus dem Jahre 1291 genannt. Deshalb gilt das Jahr 1291 als Geburtsstunde Riekdahls. Wann nun aber das Dorf genau entstanden ist, konnte wegen Mangel an Dokumenten nicht belegt werden. Vermutet wird, dass eine Familie von Moltke Riekdahl besaß und sich dann der Besitzerwechsel an die Stadt Rostock in früher Zeit vollzogen hat. Auch sind über Jahrzehnte hinweg häufiger weitere Eigentümerwechsel nachzuweisen. In seinen Anfängen hat es für den Dorfnamen verschiedene Schreibweisen in den überlieferten Urkunden gegeben.
1296 findet man Rictalendorp,
1314 wird von Richtelendorp gesprochen,
1358 liest man Riktalendorp In einer weiteren Urkunde steht Riktalendorppe, auch Ryktalendorpe wird vorgefunden. Schließlich sei noch Rictalen genannt.
Zur Deutung des Dorfnamens Riekdahl: Er ist offensichtlich verkürzt aus Riektalendorf hervorgegangen. Ursprünglich erklärte man es mit „Dorf im reichen Tale“. Aber der Historiker und Archivar Karl Koppmann verwarf diese Ansicht und sprach vom „Dorf der reichen Tale“, wobei Tale eine Nebenform des niederdeutschen Vornamens „Adelheid“, oder kürzer „Alheid“ ist. Also ist wohl der Dorfname Riekdahl als „Ort der reichen Adelheid“ zu deuten.
1373 Rückkauf einer Rente von Arnold Kröpelin aus Riekdahl.
Um 1382 sind folgende Pächter aus Riekdahl bekannt: Lange Clawes, Drewes  Willeken, Schünemann, Werneke, Clawes  Willekens, Clawes Hün, Hinricus Vrobose und Arnd Ekman.
1553 wird in Riekdahl noch eine Mühle erwähnt.
1768 ist in Riekdahl insgesamt eine Fläche von 122.541 Quadratruten ausgemessen worden.
1804 sind folgende Hausleute (Pächter) zu nennen: Niekrenz, Westphal, Jörn, Knull und Henning.
1887 Abriss des Armenkatens (Stadtkaten Nummer 17 zu Riekdahl).
24.5.1894 Großer Dorfbrand! Betroffen waren die Hufe I (Jörn), die Hufe 2 (Klöcking) und Hufe 5 (Knull).
Bis 1895 Wiederaufbau der zerstörten Gebäude.
14.7.1919 Riekdahl wird in Rostock eingemeindet.
   
Über Jahrhunderte hinweg sind fünf Bauernstellen mit verschiedenen Pächtern auf den 5 Hufen vorzufinden. Meist blieben sie in der Hand der jeweiligen Familien.
Hufe I  
Bis 1795 war Jakob Roepcke Hauswirt. Anschließend übergibt er die Wirtschaft seinem ältesten Sohn Joachim Hinrich Roepcke.
30.11.1826 erhält Christoph Friedrich Roepcke diese Hufe.
2.8.1862 Christian Roepcke wird als Hauswirt der Hufe I eingesetzt. Er besitzt sie bis 1884. Danach führt seine Witwe die Wirtschaft weiter.
1.7.1885 übernimmt Joachim Wullenbäcker aus Rövershagen diese Wirtschaft und führt sie bis 1893.
1893 wird der Ackermann Johann Jörn als Hauswirt eingesetzt.
1.5.1907 Sein Sohn Paul Jörn wird Hauswirt und Schulze.
1926 wird für Paul Jörn ein Erbvertrag genehmigt.
   
Hufe II  
1804 wird ein Herr Westphal als Hauswirt genannt.
1870 ist Johann Roepcke Interimswirt.
Bis 1894 sind Johann Roepcke, Christian Roepcke und Schulze Knull Hauswirte.
1895 ist Herr Klöcking Hauswirt. Im gleichen Jahr verstarb er. Interimswirt Boldt führte den Hof bis 1915.
1915 wird Wilhelm Klöcking Hauswirt. Er fällt im ersten Weltkrieg. Danach wird die Hufe von der Kämmerei gelegt und zur Pachtstelle umgewandelt. Landwirt Benno Stuhr bewirtschaftet die Resthufe, die als einzige nicht vererbpachtet wurde. Seine  Tochter Luise wurde als Erbin eingesetzt.
2017 Frau Luise Grupe, geb. Stuhr, wohnt noch heute in dem Wohnhaus der ehemaligen Hufe II. Sie kaufte das Haus im Jahre 2008.
   
Hufe III  
Bis 1808 bewirtschaftet Michel Westphal diese Hufe.
Ab 1808 übernimmt Johann Friedrich Röpcke diese Wirtschaft.
1840 wird J. Carl Caspar Röpcke durch die Kämmerei in die väterliche Hofstelle eingesetzt.
1875 übernimmt Carl Röpcke, der älteste Sohn von Carl Caspar, die Wirtschaft bis 1895.
1895 Herr Johann Gribnitz bewirtschaftet als Pächter die Hufe III.
1909 wird Hermann Röpcke, Sohn von Carl Röpcke, als Hauswirt eingesetzt.
17.4.1926 wird der Erbvertrag über das Bauerngut III bestätigt.
19.2.1927 erwirbt der Landwirt Klickow diese Hufe.
28.7.1927 verkauft Karl Klickow die Erbpachthufe an Herrn Fritz Middelstädt.
11.7.1930 kauft Kaufmann Friedrich Otte die Hufe.
22.8.1931 Der Landwirt Franz Grupe wird neuer Pächter, ihm folgt seine Frau Gertrud als Pächterin.
50er Jahre Nach Gründung der LPG wohnten in den Gebäuden der ehemaligen Hufe 3 Mitglieder der LPG. Jetziger Besitzer der Resthufe ist Herr Pollack.
   
Hufe IV  
Bis 1790 ist Joachim Guth Hauswirt.
1790 wird Jochim Hinrich Jörn auf diesem Hof Hauswirt.
1833 wird bis 1841 der älteste Sohn Jochim Heinrich Jörn neuer Hauwirt.
1841 wird mit der Witwe des verstorbenen Jochim Heinrich Jörn und mit dem Bruder Jochim Heinrich Christian Jörn ein Zeitpachtvertrag bis 1847 abgeschlossen. Witwe und Christian gehen eine Ehe ein und Christian wird bis 1847 als Hauswirt eingesetzt.
1847 Christian Jörn verstirbt.
Mai 1847 Der Gutsbesitzer Theodor Ferdinand Lange erwirbt die Erbpachthufe IV.
17.10.1878 wird die Erbpachthufe an den Schulzen Joachim Klöcking verkauft.
13.2.1889 kauft Christian Börger als Erbpächter das Anwesen.
Ab 1899 unterhält Christian Börger die Sammelgruben zur Entsorgung von Fäkalien. Dieses Unternehmen wird im April 1960 geschlossen.
26.11.1912 ‚Erfrühte’ Erbfolge durch den Sohn von Christian Börger, Karl Börger.
19.7.1945 Karl Börger überlässt seiner Tochter Lisa seine Erbpachthufe. Sie heiratet den Landwirt Millahn. Die Tochter Christiane, verehelichte Günther, wohnt noch  heute auf dem Grundstück.
   
Hufe V  
11.12.1792 erhält Christian Friedrich Knull die Hofstelle von seinem Vater Jochim Hinrich Knull.
25.6.1851 verstirbt Christian Friedrich Knull. Sein ältester Sohn Joachim wird Hausmann.
27.5.1875 Joachim Knull übergibt seinem Sohn Carl die Wirtschaft.
21.1.1885 Carl Knull wird entmündigt. Als Kurator wird bis 1895 der Pächter Düwel eingesetzt.
22.6.1913 Carls Sohn Wilhelm wird als Hauswirt eingesetzt.
1925 beantragt Wilhelm Knull erfolgreich die Vererbpachtung seiner Bauernstelle.
16.8.1931 erfolgt die Zwangsversteigerung der Hufe V. Der Domänenpächter Gustav Jaap wird neuer Besitzer.
16.1.1934 Gustav Jaap verpachtet seine Wirtschaft an den Landwirt Neisener.
Nach 1949 wird festgestellt, dass das Erbpachtverhältnis erloschen ist. Im Laufe der Jahrzehnte verfällt der Hof und wird schließlich Ende der 90er Jahre abgerissen. 
   
Häuslerei I
13.2.1879 stellt Rademacher Johann Wilken einen Antrag zur Errichtung einer Häuslerei. Er will eine Stellmacherei und später eine Schmiede aufbauen.
14.5.1879 hat Johann Wilken diese Häuslerei I erworben.
1899 Der Schmied Wilhelm Meincke kauft die Häuslerei 1.
April 1942 Vom 24. bis 27. des Monats wird Rostock schwer bombardiert. Es ist auch Riekdahl betroffen. Die Schmiede erhielt einen Volltreffer. Dabei soll der Amboss über die Straße bis auf das Gelände der Hufe 1 geflogen sein. Zerstört wurden ebenfalls das Wohnhaus und die Stellmacherei.
1956 Frau Magda Marwig erwirbt die Häuslerei I von Familie Meincke. Magda Marwig ist die Mutter von Frau Klein sen. Noch heute lebt die Familie Klein mit ihren Nachkommen auf diesem Gehöft.
   
Häuslerei II
1879 Wilhelm Nehls kauft die Häuslerei II. In der Folgezeit wechseln häufig die Besitzer.
1.5.1938 Die Häuslerei 2  wird vom Schuhmachermeister Josef Peter erworben. Nach seinem Tode wurde die Häuslerei geteilt. Zwei seiner Töchter, Frau Beu, geborene Peter und Frau Lettau, geborene Peter,  leben mit ihren Ehemännern noch  heute in jeweils einer Haushälfte.
Dez. 2015 Die Tanne auf der Häuslerei 2 neben der Häuslerei 3 wurde von den Eigentümern als Tannenbaum des Rostocker Weihnachtsmarktes gesponsert
   
Häuslerei III
11.1.1899 Der Arbeiter Johann Joseph kauft ein Kämmereigelände zur Errichtung der Häuslerei III. Nach seinem Tode 1921 wird sein Sohn Karl Joseph Erbe.
1937 verstirbt Karl Joseph. Die Häuslerei erben seine Ehefrau und seine sieben Kinder. Eine Haushälfte wird jetzt von Herrn Lettow bewohnt.
   
Häuslerei IV
13.1.1900 Der Stellmacher Johann Wilken erwirbt ein städtisches Grundstück in Riekdahl zum Bau eines neuen Hauses, der Häuslerei IV.
21.6.1900 Wohnhaus und Stallgebäude sind fertig gestellt.
1912 Eröffnung des Kruges „Am grünen Weg“ in Riekdahl durch Johann Wilken. Neben dieser Gastwirtschaft betreibt er auch eine Kolonialwarenhandlung.
27.9.1919 Der Häusler und Gastwirt Johann Wilken verkauft seine Häuslerei IV an den Gastwirt August Clasen aus Rostock. Danach wechselt diese Häuslerei vielfach ihren Besitzer.
31.7.2002 Frau Birte Freitag kauft das Grundstück nebst allen Gebäuden auf ihm.
   
Schule
Juni 1829 Baubeginn eines Schulhauses.  
Okt. 1829 Eröffnung des Schulbetriebes mit dem ersten Lehrer Schneidermeister Maaß.
1.4.1924 Nach der Verfügung des Ministeriums für Unterricht wird die Schule in Riekdahl mit sofortiger Wirkung geschlossen.  Als letzter Lehrer wirkte dort seit 1887 Heinrich Friedrich Wilhelm Maeting. Die Schüler wurden danach in Rostock unterrichtet.
Ab1924 wird das Schulgebäude zum Teil als Wohnraum und Werkstatt genutzt. 1958 bis 1990 zog teilweise der Konsum ein. Am 21. November 2001 erwarb Herr Cordes das Schulgelände samt ehemaligem Schulgebäude von der Stadt Rostock.
   
24.5.1894 Großer Dorfbrand
28.5.1894 Beschluss über den Wiederaufbau der Gehöfte auf den Hufen I, II und V nach dem Großbrand.
50er Jahre Gründung der LPG mit dem Namen Fritz Reuter. Späterhin Teilung der LPG in die Pflanzenproduktion (Fritz Reuter) und in die Tierproduktion (Harmstorf Friedenstaube).
1953 Rudolf Heinemann wird Mitglied der LPG Fritz Reuter und wird später ihr Vorsitzender bis 1990.
20.12.1999 Riekdahl ist durch eine Buslinie an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Die Linie 23 endet an einer Buswendeschleife in der Dorfmitte.
   
Bevölkerungsentwicklung
16.8.1819 Nach einem Einwohnerverzeichnis lebten in Riekdahl jetzt 119 Einwohner.
3.12.1867 Es lebten zum besagten Zeitpunkt in Riekdahl 109 Einwohner, davon waren 56 männlich und 53 weiblich. Für die 20 Haushaltsvorstände wurden folgende Berufsbezeichnungen angegeben: Katenmann 8-mal, Einlieger 4-mal, Lehrer 1-mal, Hausmann 3-mal, Altenteiler 1-mal, Schulze 1-mal, Erbpächter 1-mal und Müllergeselle 1-mal.
8.10.1919 Eine Volkszählung ergab folgendes Ergebnis: insgesamt lebten in Riekdahl 116 Einwohner, davon waren 63 männlich und 53 weiblich.
1992 hat Riekdahl 70 Einwohner,
1995 sind es 75 Einwohner,
2000 zählt man 60 Einwohner,
2005 hat Riekdahl 61 Einwohner,
2010 werden 65 Einwohner gezählt,
2014 zählt man gar 82 Einwohner im Dorf und
2015 hat Riekdahl schon 140 Dorfbewohner in seinen Reihen.
   
2014 In Riekdahl wird ein Neubaugebiet erschlossen (Mühlenberg).
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